Werkstatt Wohnen • Ettlingen

Die anhaltende Niedrigzinsphase und der Zuzug in die Wachstumsregionen führen zu einem verstärkten Druck auf die regionalen Wohnungsmärkte. Wohnraum-knappheit und steigende Wohnungspreise sind die Folge. Zusätzlich zu diesen „äußeren“ Faktoren führen aber auch der zunehmende Wunsch jedes Einzelnen nach mehr Wohnraumfläche und die steigende Vereinzelung der Haushalte dazu, dass der Wohnraumbedarf insgesamt ansteigt.

Offen ist aber noch die Frage des „wie?“. Also in welcher Qualität, in welcher Stadtgestalt und Architektur soll dieses Wohnungsbauprogramm umgesetzt werden. Wie gelingt es, dass die neuen Wohnungen, Gebäude und Quartiere den Menschen ein Zuhause, „Heimat“ werden? Dies wird sicherlich nur gelingen, wenn sich die zukünftigen Bewohner mit ihrem Wohnumfeld identifizieren. Nur dann werden sie sich für ihre Nachbarschaften verantwortlich fühlen und zur sozialen Stärkung beitragen – und sich heimisch fühlen.

In der „Werkstatt Wohnen“ soll deshalb anhand von drei beispielhaft ausgewählten Untersuchungsräumen den Fragen nachgegangen werden:

- Wie schaffen wir qualitativ hochwertige Wohnquartiere und nicht nur„Durchgangsstationen“ auf einem bestimmten Lebensabschnitt?

- Welche Wohntypologien werden nachgefragt?

- Wie sollten die öffentlichen Quartiers- und Freiräume ausgestaltet sein?

- Welche Architektursprache ist dem Standort angemessen?

- Was ist für Ettlingen „regionale Baukultur“ – und wie kann diese zeitgenössisch interpretiert werden?

- Was macht den jeweiligen „Genius Loci“ aus und gibt es einen allg. Kanon zur Stadtgestalt der für alle (oder zumindest viele) Stadtbereiche gilt?

Für das "Symposium zum Wohnbauflächenatlas - Werkstatt Wohnen"  haben wir gemeinsam mit den Kollegen von „Echomar“ zunächst die charakteristischen Merkmale und Spezifitäten der Ettlinger Altstadt analysiert und daraus “Ettlinger Prinzipien” identifiziert, die Stadträume und Architektur beschreiben. Diese Prinzipien wurden auf den suburbanen Raum Bruchhausens projiziert und auf ihre Relevanz geprüft. Ergänzt durch die besonderen suburbanen Problemstellungen entstanden daraus 9 Ziele für die Entwicklung von zeitgenössischen suburbanen Wohnformen, die als exemplarischen Entwurf auf dem Areal des ehemaligen Kindergartens städtebaulich und architektonisch übertragen wurden.

Das Ergebnis ist ein Quartier, das die Grundprinzipien und Spezifitäten Ettlingens durch die überarbeitete suburbanen Typen Einfamilienhaus, Reihenhaus, Geschosswohnungsbau und gemischt genutzte Solitärtypen ins Zentrum Bruchhausens bringt. Auch wenn die Lösung sehr real und umsetzbar erscheint, so ist der Entwurf doch als prototypisches Modell für die zukünftige Entwicklung gedacht.