Umbau und Atelierausbau in einem historischen Hotel von 1881
Aus einem ehemaligen Hotel von 1881 entstand ein Arbeitsraum, der historische Substanz, handwerkliche Präzision und zeitgenössische Offenheit miteinander verbindet. Ziel war es, den Charakter des Hauses zu bewahren und gleichzeitig eine Architektur zu entwickeln, die die Werte unseres Studios räumlich erfahrbar macht: Materialehrlichkeit, funktionale Klarheit und die Freude an guten Räumen.
Die ursprüngliche Struktur aus Empfang, Tanzsaal und Gastraum wurde freigelegt, neu geordnet und um zwei Besprechungsräume ergänzt, die als monochrome Raumkörper aus Lehmbauwänden eine kraftvolle, fast atmosphärische Setzung bilden. Sie schaffen Orte für Konzentration und Dialog, eingebettet in eine offene Arbeitslandschaft.
Die Materialität folgt konsequent dem Prinzip „von außen nach innen gedacht“. Historische Bauteile wie Türen, Stützen, Fenster und Wandöffnungen wurden sichtbar erhalten. Neue Elemente treten bewusst ruhig daneben: rohe Sichtestrichböden in den offenen Zonen, ein Fischgrätparkett aus Hölzern der umliegenden fünf Bundesländer im ehemaligen Tanzsaal, maßgefertigte Einbauten aus geöltem Holz und Stoffe mit einem Naturfaseranteil von bis zu 90 Prozent.
Alle Einbaumöbel, vom Regal über die Sitzelemente bis zur integrierten Küche, sind in ein präzises Farb- und Materialkonzept eingebunden. Die offene Kreativzone, Rückzugsbereiche und flexible Arbeitsplätze verweben sich zu einer lebendigen, aber klar strukturierten Arbeitsumgebung.
So entsteht ein Büro, das den Geist des historischen Hauses respektiert und gleichzeitig zeigt, wie zeitgenössisches Arbeiten aussehen kann: reduziert, warm, funktional und voller räumlicher Qualität.